Veltheim an der Weser

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Ein Lobgesang auf den Wacholder

von Reinhold Kölling

 „Es gibt wenig Bäume und Sträucher, die sich rühmen können, eine so bedeutsame Stellung in Brauch und Glauben unserer Vorfahren eingenommen zu haben wie der Wacholder. Seine immergrünen Zweige und sein kräftiger, aromatischer Genuss erregten schon frühzeitig die Aufmerksamkeit der Menschen, und dies in so hohem Grade, daß sie bestimmend für seine Namensgebung waren, bedeutet doch Wacholder (Machandel) nichts anderes als einen wachen, lebendigen, immergrünen Baum, und auch die Namen „Queckholder“ und „Kranewitt“ betonen diese Eigenschaft. Queck oder quick – lebendig, frisch, munter. Kranewitt geht auf das althochdeutsche „Chranawitu“ (grünes Holz) zurück.“  

Mit dieser Einleitung beginnt ein Aufsatz zum Thema Wacholder in der Zeitschrift „Kladderadatsch“ aus dem Jahr 1899.

Infolge seiner immergrünen Zweige schrieb man dem Strauch eine verjüngende, wieder zum Leben erweckende Kraft zu. In altgermanischen Begräbnisstätten fanden sich häufig Kohlen aus Kranawittholz. Dem starken, aromatischen Geruch des Strauches schrieb man, wie allen starkduftenden Pflanzen, heilende Kräfte zu.

Eine besonders große Rolle hat der Wacholder seit alter Zeit in der Volksmedizin gespielt. Es gibt wohl kein anderes Gewächs, von welchem man sowohl in alten Kräuterbüchern als auch noch heute mehr Rezepte fände, als vom Wacholder und seinen Beeren. Besonders von den Beeren in „gebrannter, flüssiger“ Form.

Im anfangs zitierten Aufsatz ist dazu geschrieben. “Wacholder hilft gegen das Zipperlein, gegen Gift und verschlagene Winde, gegen Husten und Keuchen, gegen Magenweh und Harnleiden, gegen Rheuma und Asthma, gegen Seitenstechen und Brustschmerz, gegen Flechten und Schlafsucht, gegen Schwermut und selbst gegen Aberwitzigkeit. Zu gebrauchen sei der Wacholder als  Rauch, als Absud, als Oel und als Geist. Innerlich und Äußerlich anzuwenden. Die Asche verbrannter Zweige nutzt im Fußbad gegen Fußpilz. Kaut man täglich getrocknete Beeren, erkrankt man nicht an Pocken.“

In einem alten Kräuterbuch ist zu lesen: „In Summa, der Wacholder ist zu vil Dingen nutz und gut.“

 





Pressemeldung vom 19.7.1950:

Veltheim: Ein junges Mädchen lernte am "Anhalter"-Bahnhof an der Autobahn in Hannover einen jungen Mann kennen, der angab, in Veltheim wohnhaft zu sein. Ihr Vertrauen diesem Jüngling gegenüber war so groß, dass sie beschloss, mit ihm in Veltheim abzusteigen und sie vertraute ihm auch ihren Koffer an. Plötzlich war jedoch im Veltheimer Holz ihr Begleiter samt Koffer verschwunden. Während der Jüngling bisher unentdeckt blieb, wurde der Koffer von Beerensuchern im Veltheimer Holz aufgebrochen gefunden. Dieser Fall sollte eine Warnung für allzu große Vertrauensseligkeit gegenüber Unbekannten sein.

 

 

 

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