Veltheim an der Weser

Wissenswertes, Aktuelles und Historisches aus Veltheim
 

St. Peter-und-Pauls-Kirche zu Veltheim

Von Ortsheimatpfleger Reinhold Kölling)


Am 15.Januar 1913 wurde die St.-Peter-und-Pauls-Kirche in Veltheim nach einer umfassenden Erweiterung und Modernisierung festlich eingeweiht. In der über 1100 – jährigen Geschichte der Kirche in Veltheim war die festliche Einweihung 1913 der Höhepunkt in der überaus interessanten Entwicklung.

Ein solcher Höhepunkt ist es sicherlich wert, diesen nach mehr als 110 Jahren  nochmals zu würdigen und dabei die Höhepunkte der geschichtlichen Entwicklung und die Beweggründe für den umfassenden Umbau in Erinnerung zu rufen.


Wie ist die Kirche in Veltheim entstanden?

Die Legende von der Gründung der neun Kirchen durch Hildburg von Uffo.
Zur Zeit des fünften mindenschen Bischofs Drogo ist Anno 896 das Kloster Möllenbeck nebst acht anderen Kirchen gestiftet worden . Es waren dies die Kirchen zu Segelhorst, Deckbergen, Steinbergen, Hohenrode, Silixen, Oster-Eisbergen, Wester-Eisbergen und Veltheim.  Stifterin war eine adelige Dame, die Frau Hildburg von Uffo.
Es existiert eine köstlich fabulierende Gründungslegende, die zunächst nach der ältesten erreichbaren Fassung (schriftlich fixiert um 1380) wiedergegeben wird.
Hermann von Lerbeck überliefert in seinem Catalogus episcoporum Mindensium: Hildburg war die Gemahlin des Edlen Uffo, der zwei Burgen besaß, eine bei Bredenbeke (= Bremke), die man jetzt „Uffenburg“ nennt, und eine bei Steinbergen. Uffo unternahm eine Pilgerfahrt ins Heilige Land. Viele Jahre vergingen, ohne dass er heimkehrte. Seine Gemahlin Hildburg war von seinem Tod überzeugt. Da kein Erbe vorhanden war, stiftete Hildburg auf Anraten eines Priesters Folchart die o. g. neun Kirchen. Als ihr Gatte aber doch heimkehrte, empfing sie ihn mit den Worten: Gott und Eurer Herrschaft habe ich neun Töchter geboren, sie sind aber noch nicht getauft. Uffos Bestürzung kann man sich vorstellen. Als er aber dann die Bedeutung dieser Worte erkannte, d. h. von der Gründung des Stiftes und der acht Kirchen hörte, lobte er die Frömmigkeit seiner Gemahlin und ließ die Gründungen durch Bischof Drogo weihen.
Die Legende gesellt also der in der ältesten Urkunde ohne Gemahl auftretenden Edelfrau Hildburg einen Gatten zu, Uffo. Uffo erscheint als wichtiger Wohltäter des Stiftes gleich nach Hildburg auch in der Inschrift von 1479 über dem Eingang der Möllenbecker Kirche.   Ähnliche Sagen gibt es vielfach.
Die in der Möllenbecker Gründungslegende aufgeführten Kirchen stammen tatsächlich fast alle aus der Zeit vor der Jahrtausendwende. Einzig Hohenrode scheint erst im 12. Jahrhundert gegründet zu sein. Selbst die in der Gründungslegende angeführte, höchst auffällige zweite Kirche in Eisbergen hat es im Ortsteil Fülme hinter dem Hof Tebbe Nr. 56 tatsächlich gegeben.
Das zeigt die an dieser Stätte haftende mündliche Tradition von einer Kapelle.
Hildburg kann also außer Möllenbeck weitere Eigenkirchen gegründet haben.  Eine Steinfigur der Stifterin befindet sich im Eingang der Klosterkirche, das Grab in der Klosterkirche.


Wie entwickelte sich die Kirche zu Veltheim weiter?

Auf Grund dieser Sage ist also anzunehmen, dass tatsächlich im 10. Jahrhundert in Veltheim die erste Kirche entstanden ist. Historisch zuverlässige Hinweise gibt es allerdings nicht.  Es dürfte sich bei der Kirche in Veltheim zunächst um einen bescheidenen Holzbau gehandelt haben. Die erste massive Kirche wird nicht vor dem 12. Jahrhundert entstanden sein.
Die Kirche wird zunächst als ein schlichtes, einschiffiges romanisches Langhaus mit flacher Balkendecke vorzustellen sein, wobei der Altar im Osten und der Turm im Westen gestanden haben. Leopold Ledebur („Minden-Ravensberg“ - Denkmäler der Geschichte der Kunst und des Altertums, Seite 57) glaubt davon abweichend, dass die erste Gestalt der Veltheimer Kirche ein griechisches Kreuz mit vier gleichen Schenkeln gewesen sei, wie sie für Kirchen des 10. und 11. Jahrhunderts im Abendland aber eher untypisch wäre.
Die Chronik der Veltheimer Kirchengemeinde nennt den Turm (vor dem Umbau ca. 13,50 m hoch und ca. 6,80 m im Quadrat) bis zur Höhe des 1912 aufgestockten Glockengeschosses den einzigen Zeugen dieser frühesten Zeit. Typisch dafür sind die kleinen romanischen, durch zierliche Säulchen mit Würfelkapitellen zweigeteilten Schalöffnungen. Mehrfache Umbauten haben immer wieder das Gesicht der Kirche verändert. Wohl seit dem späten 15. Jh. Schließt sich nördlich an das Langhaus in ganzer Länge ein mit fast 6 m recht tiefes, zweijochiges Seitenschiff an. Zwei in die alte Bordwand einfach eingeschnittene Spitzbögen trennen es vom Langhaus.
Interessante Hinweise zur Kirche und Kirchengemeinde Veltheim finden sich in einem Bericht über die Visitation der Kirchengemeinde Veltheim 1650. Dieser Bericht basiert auf einem für alle Gemeinden ausgearbeiteten Fragebogen des Superintendenten Schmidt aus Petershagen. Der Bericht datiert vom 19.7.1650. Hieraus werden nachfolgend nur einige wenige Feststellungen zitiert:
„Der Veltheimer Pfarrer war zu diesem Zeitpunkt Johannes Crusius, der schon 27 Jahre am Ort ist. Der Pfarrer wurde vom Hertzog Christian Bischof zu Minden berufen. Die Kinderlehre betreibt er bißweilen, die Leute aber schicken wenig Kinder hinein. Der Pastor habe noch niemanden aus dem Beichtstuhl gewiesen und die Absolution versagt. Sonstiges strafbares sei vom Pastor nicht bekannt, wobei der Eisberger Pastor über die Kollegen aus Lehrbeck und Veltheimb gesagt habe, dass sie gern Tobaack und Bier trinken sollen.
Zu der Kirchgemeinde gehören ohngefähr 60 Feuerstätten, keine Edelleute. Ohngefähr 8 Heuser seien gräflich lippische Leute und gehen dort in die Kirche.
Die Altarleute seien: Johan Voet, Lewin Take, Gerke Resemeyer, Johan Freding.
Eine Schule sei nicht vorhanden – der Pastor halte Schule.
Die Kirche ist zwarten sehr verfallen; aber es seind die Leute anizo in der Arbeit begriffen, daß also die Kirche wieder ausgebessert wird.
Gravamina (Beschwerden): Es beklaget sich die Gemeine und Alterleute, dass zwene untaugliche Meßaltar in der Kirche sich befünden und großen Raum einnehmen, an deren Stelle wol nützliche Stuele gebauet und Leuten angewiesen werden könten, mit Bitten, dass man ihnen vergonnen mögte, die Altar abzubrechen und die Stuele an deren Stat wieder dahin zu bauen…….
Aus dem Jahre 1680 liegt folgender interessanter Vermerk vor:
„Die Matrikel erzählt da unter anderen eine sehr traurige Geschichte: Ein wohlhabendes Gemeindeglied Diestelhorst, der „die Gerechtigkeit zum brauen und Branntwein gehabt“, schenkte etwa um 1680 vor 40 rhtlr (Thaler) Pfeiler und ausgehauenen Bogen Steine zu Ausbesserung der östlichen Ecke der Kirche.
Das Bauen unterblieb leider, die Steine verschwanden nach und nach, dieser und jener eignete sich davon an, was er gerade gut gebrauchen konnte.
Nach Jahren befahl auf eine Anzeige hin das Königliche Amt den Amtsdiener, mit Zuziehung der Kirchenvorsteher die Häuser zu visitieren und dahin zu sehen, dass die Steine wieder herbeigeschafft würden. Der Erfolg blieb aus.
Anmerkung: Bei dem großzügigen Spender handelte es sich um den Besitzer der Stätte Veltheim Nr. 57, heute Langer Grund 1.
Kirche, Pfarrer und Schule in Veltheim im 18. Jahrhundert.
Diese Kurzdarstellung von Schlichthaber aus Band 3 der Mindener Kirchengeschichte gibt einen kurzen Situationsbericht über den Zustand der Veltheimer Kirchengemeinde im 18. Jahrhundert:
„Veltheim - diese 2 Meylen von Minden belegene Kirche zu Veltheim soll die adelige Frau von Hildburg vermählte von Uffo, wohnhaft auf der Uffenburg in der Grafschaft Lippe, als ihr Eheherr nach den H. Grabe verreiset gewesen, nebst anderen neun Kirchen haben bauen lassen.
Der König ist Patronus von der Pfarre; die hat nur eine Schule, welche der Küster, der auch zugleich Organiste ist, beachtet. Es bestehet die Gemeinde auch nur aus einer Bauernschaft, mithin aus 88 Feuerstellen.
Das Pfarrhaus ist 1575 gebauet, wie oben dessen Thür diese Jahreszahl zu lesen ist.
Die Prediger nach der Reformation sind……………………“
Dann folgt eine Aufstellung der Prediger nach der Reformation bis 1729 (siehe Anhang).
Entwicklung der Kirchengemeinde Veltheim im 19. Jahrhundert.
Über die Lage der Kirchengemeinde in dieser Zeit erfahren wir Näheres aus einer ausführlichen Niederschrift eines Pfarrers Baumann vom 9.6.1817, aus der hier nur auszugsweise berichtet wird.
„Das Kirchspiel zählt 1817 109 Feuerstätten mit 740 Seelen, darunter 724 Lutheraner, 15 Reformierte und ein Katholike; Quäker, Juden, Menoisten, Herrnhüter, Pletisten befinden sich hier nicht.
Die Kirche, deren Wert mit 1525 rthlr versichert ist, ist sehr reparaturbedürftig. Sie enthält 35 Stühle mit ohngefähr 300 Sitzen. Als Verbesserung wird die Verlegung der Orgel „auf die Prieche der jungen Leute gegen dem Altar über“ gewünscht.
An heiligen Gefäßen gibt es: ein silberner vergoldeter Kelch mit der Jahreszahl 1646, ein silberner vergoldeter Oblatenteller mit der Jahreszahl 1648, eine zinnerne Weinkanne und eine zinnerne Oblatendose………………………….
Die Kanzel ist in gutem Zustande.
Das 1575 erbaute Pfarrhaus gehört gewiß zu den schlechtesten Pfarrwohnungen der Provinz, ist der Weserüberschwemmung ausgesetzt.
Das Küsterhaus ist ebenfalls sehr schlecht, hat eine Küche ohne Schornstein und ein Strohdach. Die Schulstube ist 1804 neu ausgebaut und befindet sich in leidlichem Zustande.“
Anmerkung: Im Jahre 1823 wurde das Küsterhaus in Fachwerk neugebaut. Dieses Haus ist die so genannte „alte Schule“ in der Mahrstr., links neben der Gaststätte „Alter Krug“ hinter der Kirche.
„Kirchen- und Armenvorsteher gibt es nur einen – Johann Anton Stohlmann, Leibzüchter der Brinksitzerstätte Nr. 68. Seine Ernennung und Vereidigung erfolgte 1799.
Küster, Cantor, Organist und Schullehrer ist Christian Lachtrop. Derselbige besitzt für seinen Posten gute Kenntnisse und Fertigkeiten. Bei seinem mündlichen Unterricht macht er scheint zu viele Worte, er beschäftigt sich mehr als die Kinder, dabey schreibt er nicht immer richtig.“
Soweit die Darstellung der Gemeindesituation von Baumann. Es gab in den kommenden Jahren etliche Pfarrerwechsel (siehe Anhang) und im März 1838 die Anerkennung einer neuen Kirchenordnung.
1839 wurde das Pfarrhaus neu gebaut, 1842 ergänzte man die Anlage mit dem Bau eines Backhauses. 1854 wird das neue Minden-Ravensberger Gesangbuch eingeführt und 1857 wird durch die Sammlung freiwilliger Gaben und durch eine Beihilfe des Kollektenfonds die gründliche Instandsetzung des Innern der Kirche ermöglicht.
1881 richtete ein Hochwasser großen Schaden an und im Juni brannte das Pfarrhaus vollständig ab. 1882 konnte das Pfarrhaus nach Wiederaufbau wieder bezogen werden.

Ein bemerkenswerter Kirchenumbau.

1904, im gleichen Jahre, als Pfarrer Niemann zum Superintendenten des Kirchenkreises Vlotho gewählt wurde, veranlasste das Konsistorium die Aufstellung eines Bauplanes und Kostenvoranschlages für die Erweiterung der Kirche.
Insgesamt machte der um 1900 weitgehend steinsichtige, z. T.  berankte Bau einen äußerlich uneinheitlichen, durch das vorgezogene Chordach auch renovierungsbedürftigen Eindruck. 


Das Innere war durch die umlaufenden Holzemporen geradezu gefährlich beengt. Die Platzzahl wurde mit 250 bis 300 bei 1520 Gemeindegliedern angegeben.


Ein Visitationsbericht von 1904 (?) bestätigt den „stark reparaturbedürftigen Zustand“ der Veltheimer Kirche.
1905 lag ein erster Entwurf des Bauamtes Bethel vor. Die Kosten waren mit 35000 Mark veranschlagt, einschließlich 4000 Mark für eine Orgel, aber ausschließlich der sonstigen inneren Einrichtung. Es wurde schließlich ein langwieriger Planungsprozess. Pfarrer Niemann schreibt dazu: „Die Synodalberichte geben ein Bild davon, wie die Veltheimer sich weiter in Geduld üben mußten. Nachdem 1910 der Neubau eines Konfirmandenzimmers vorausgegangen, kam endlich im Frühjahr 1912 nach endlosen Verhandlungen die Genehmigung zum Bau.“
Niemann schreibt weiter: „Neun Monate lang wurde zur Abhaltung aller Gottesdienste der gerade leerstehende Hof von Buhmeier Nr. 19 genutzt. Während der Bauzeit stellte sich heraus, dass der alte Turm baufällig war und nur nach gründlicher Unterfangung noch eine Aufstockung erfahren konnte. Von der alten Kirche blieben außer dem Turm eigentlich nur das nördliche gotische Schiff und ein Teil der nördlichen Chorwand erhalten. Statt 220 Sitzplätzen wurden jetzt 462 geschaffen. Der Umbau, der sehr viele Ortshandwerker beschäftigte, kostete einschließlich Einrichtung 65000 Mark, die teils durch staatliche und öffentliche Beihilfen, teils durch gesammeltes Eigenkapital und teils durch Anleihen aufgebracht wurden. In späteren Jahren wurde die Kirche noch ergänzt durch den Einbau einer Dampfheizung.
Im Großen und Ganzen wurde der Erweiterungsbau, wie auch Quast feststellte, nach den Zeichnungen des Architekten Karl Siebold vom März 1911 ausgeführt.
Die Planungsgeschichte zeigt selten eindrucksvoll, wie der Entwurf im Zusammenspiel von Siebold, den Konservatoren in Münster und Berlin sowie der Gemeindevertretung entstand, die durch ihr Beharren möglichst viel des ursprünglichen Entwurfs rettete sowie auch den Turmaufbau wünschte und mittrug.  Die Veltheimer Kirche stellt nach dem Umbau eine geräumige Dorfkirche unter glättender, z. T. angepasster und nachempfundener Wahrung von Teilen des Altbaus dar.


Feierliche Einweihung am 15. Januar 1913.


Groß war die Freude aller, als am 15. Januar 1913 der feierliche Umzug von Buhmeiers Hof und die Einweihung des schönen Gotteshauses stattfinden konnte.
Einem Zeitungsbericht vom 16.Januar 1913 (Zeitung unbekannt- geschrieben von sb.) ist folgende Beschreibung der Kirchenweihe zu entnehmen (verkürzte Darstellung)
:
„Für die Einwohnerschaft unserer Gemeinde war der gestrige Tag ein Freudentag, da die schon lange ersehnte Einweihung der Kirche stattfinden konnte. Alle Geschäfte mitsamt der Kiesgrube Bockshorn ruhten. Alle wollten Anteil haben an der Feier. Diese begann um 11 Uhr auf Buhmeiers Hofe, woselbst die Gottesdienste während des Umbaus der Kirche stattgefunden hatten.
Nachdem die Feier durch das Lied: „Bis hieher hat mich Gott gebracht“ eingeleitet war, hielt Superintendent Niemann die Abschiedsrede für diese Stätte.
Das Lied: „Unseren Ausgang segne Gott“ schloß diese Abschiedsfeier.
Dann ging es im Festzuge, den die Schulkinder eröffneten, zur Kirche: die Bauleitung, das Presbyterium, die Repräsentanten, Geistliche und die geladenen Gäste. Die Gemeinde selbst beschloß den Zug, welcher schier kein Ende nehmen wollte.
Bei der Kirche fand zuerst die Schlüsselübergabe durch den Herrn Generalsuperintendenten Dr. Zöllner statt. Nachdem Superintendent Niemann die Kirche geöffnet hatte, strömten die Menschenmassen ins Gotteshaus, das kaum alle fassen konnte.
Nach Gemeindegesang hielt Superintendent Niemann die Weiherede.“
Soweit der Zeitungsbericht.
Um drei Uhr nachmittags begann die Nachfeier im Saal der Gaststätte Buschmann. Auch hier war der Saal völlig gefüllt. Generalsuperintendent Dr. Zöllner hielt die Festrede, die großen Anklang fand. Es folgten diverse weitere Festredner, u. a. der Herr Konsistorial-Präsident, der u. a. ausführte, „dass der Kaiser geruht habe, dem Superintendenten Niemann den Kronenordern 3. Klasse und Herrn Kirchenmeister Stockmann das Allgemeine Ehrenzeichen in Silber anlässlich diesen Tages zu verleihen.“
Herr Oberregierungsrat Neumüller überbrachte Glückwünsche des Staates und der königlichen Regierung.
Die Gesangsabteilung des hiesigen christlichen patriotischen Männervereins untermalte die Feier mit Liedbeiträgen.
Die Glocken der Kirche zu Veltheim.
Von den beiden Glocken der Veltheimer Kirche ist die ältere 1812 gegossen und trägt die Inschrift: „Die Veltheimer Gemeinde hat mich von H.W.Altenburg in Bückeburg umgießen lassen. I.C.Baumann, Pastor; H.E.Stratmann, Küster; C.H.Gellern, Cantons-Maire in Hausberge; Vorsteher: H.Pook; Altarmann: I.A.Stohlmann; Semper cum Deo (Immer mit Gott) 1812“
Die neuere, größere Glocke trägt die Inschrift: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort. Zur Ehre Gottes an Stelle der im Krieg abgegebenen Glocke im Gedenken an die Gefallenen gegossen 1949. Ev. luth. Kirchengemeinde Veltheim/Weser.“
Diese Glocke ersetzte die Glocke aus 1663, die folgende Inschrift trug: „zu der Ehre Gottes, Erinnerung des Gebets und menschlicher Sterblichkeit.
Diese Glocke wurde wohl im Krieg abgegeben, nähere Hinweise gibt es dazu bislang nicht.

Die Kirche Veltheim in der heutigen Gestalt.


Ihre heutige Gestalt verdankt unsere Kirche größtenteils der beschriebenen Erweiterung im Jahre 1912. Dabei sind Reste der früheren Kirche so geschickt mit dem neuen Teil verbunden worden, dass sich die Kirche dem Betrachter durchaus als ein Gebäude aus einem Guss darstellt. Der romanische Turm wurde aufgestockt (ein Absatz im Mauerwerk zeigt es an).
In einem neuen, am gotischen Stil orientierten Altarraum fand der Altar nun im Süden der Kirche seinen Platz. Früher hatte er dem Turm gegenüber im Osten der Kirche gestanden.
Im rechten Teil des Altarraums fand auch die aus der Zeit um 1600  stammende Kanzel ihren Platz. Sie ist von der Sakristei aus zugänglich.
Der Taufstein, welcher aus einem Säulenkapitell gefertigt ist, trägt die Jahreszahl 1657.
Der heutige Kirchplatz diente in früheren Jahrhunderten als Friedhof. Davon zeugen noch zwei gut erhaltene Grabsteine aus dem 17. Jahrhundert.
Die Reformation führte der zunächst noch katholische Pfarrer Gerhard Stohlmann ein. Dies dürfte zwischen 1530 und 1550 geschehen sein. Das erste Kirchenbuch, angefangen von Pfarrer Johann Crusius 1648, ist leider verschollen.
So beginnt das Veltheimer Kirchenbuch jetzt mit dem Jahre 1725.
Am St.-Peter-und-Pauls-Tag, dem 29. Juni 1996 erhält die Veltheimer Kirche im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes aus Anlass ihres 1100-jährigen Bestehens den Namen „St.-Peter-und-Pauls-Kirche“


Die Pfarrer in Veltheim.
(seit Einführung der Reformation)

Gerhard Stohlmann                -      1581
Albert Barber (Enkel Stohlmanns)      1581 – 1623
Johann Crusius      1624 – 1660
Johann Rudolph Stolte      1660 – 1685
Dietrich Eberhard Frederking      1685 – 1723
Justus Friedrich Georg Fischhaupt      1724 – 1729
Johann Rudolph Hermann Tiedemann                 1729 – 1754
Karl Dietrich Kreft            1754 – 1767
Ludolph Henrich Meyer                 1767 – 1769
Gustav Daniel Scheffer      1769 --  1772
Christian Friedrich Hüttemann      1772 – 1782
Johann Dietrich Cappelmann      1783 – 1800
Friedrich Carl Wilhelm Müller      1800 – 1809
Johann Christoph Baumann      1810 --  1821
Karl Gustav Weihe                 1821 – 1826
Christian Phillip Hurzig      1826 -- 1832
Karl Erfling                 1832 -- 1852
Ernst Wilhelm Philipp Pemeier      1853 – 1881
Hermann Johann Emil Fiebig                                 1882 – 1885
Ernst Friedrch Niemann                 1885 – 1932
Karl Gustav Hermann Edelhoff      1932  - 1946
Gerhard Mießner                           1949 – 1977
Manfred Hermann Voigt                   1977 – 2007
Armin Backer       2007 – 2021

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