Veltheim an der Weser

Wissenswertes, Aktuelles und Historisches aus Veltheim
 

Der SuS Veltheim e.V. in Wort und Bild




Der Spiel- und Sportverein Veltheim e.V. von 1894 ist einer der erfolgreichsten Sportvereine der Region und hat eine sehr interessante Historie. Diese wurde in dem Buch "Das sportliche Dorf" ausführlich beschrieben. Das Buch ist in gebundener Form nach wie vor erhältlich beim Heimatverein Veltheim e.V.; (hh.hawes@gmx.de) und als ebook u.a. bei Amazon.de.


125 Jahre Schützenverein Veltheim von 1892.

(von Reinhold Kölling, Ortsheimatpfleger)

Alteingesessene Veltheimer Bürger waren es, die einen der heute ältesten Vereine in Veltheim, den Schützenverein, auf den Weg brachten. Die Gründung erfolgte in einer Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts, als sich die damalige Bevölkerung häufig in Vereinen, Gesellschaften und Bünde zusammenschlossen. In Veltheim war es am 27. Februar 1892 der Fall. Im Haus von Hans Bormüller, der im Bokshorn einen »Krug« betrieb, fand die Gründungsversammlung statt. Dort wurde auch sogleich eine Vereinsstube eingerichtet, die dem neuen Verein eine Jahresmiete von zwölf Mark kostete.

Die Chronik belegt, dass der Verein schon im ersten Jahr des bestehend auf 87 Mitglieder anwuchs, davon zahlten 57 den vollen Jahresbeitrag; dieser betrug drei Mark.

 Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender:                 Wilhelm Schlame

2. Vorsitzender:                 Friedrich von Schwichow

1. Schriftführer:                 Heinrich Vauth

2. Schriftführer:                 Heinrich Ossenkopp

1. Kassierer:                        Wilhelm Brannahl

2. Kassierer:                        Wilhelm Freding

 Diese Angaben kann man dem Kassenbuch entnehmen, Protokolle aus dieser Zeit liegen leider nicht mehr vor. Damals stand die kameradschaftliche Geselligkeit noch im Vordergrund. Das erste Schützenfest wurde organisiert und gefeiert. Die Schützenscheibe wurde von Wilhelm Freding für zwei Mark aus Holz gefertigt. Diese dient nun schon über 100 Jahre als Vorlage für die Königsscheibe für den jeweiligen Schützenkönig. Der Schützenkönig erhielt ein Prämiengeld, ebenso der Zweit- und Drittplatzierte, insgesamt sechs Mark. Dazu kam eine Flasche Schnaps, die 80 Pfennige kostete.

Der Verein entwickelte schnell weitere Aktivitäten, so z. B. die Sedansfeier (eine Gedenkfeier im Deutschen Kaiserreich, die jährlich um den 2. September herum stattfand).

Im Mai 1893 wurde die erste Fahne angeschafft (Kosten 54,50 Mark). Der Verein war von Beginn an sehr sozial eingestellt. Im Ausgabenbuch ist in 1893 festgehalten: »Der Husar Schock erhält zur Unterstützung 5 Mark.« An Hinterbliebene verstorbener Mitglieder zahlte der Verein 30 Mark aus.

 Mit einem Fass Bier für 5,40 Mark feiert der Verein zu Sylvester ins Jahr 1895. In diesem Jahr wechselte der Vorstand:

1. Vorsitzender: August Hopmann

2. Schriftführer: Friedrich von Schwichow

1. Kassierer: Friedrich Vauth

Nun widmete sich der Verein auch dem Turnsport, sicher in Konkurrenz zu dem im Jahre 1894 gegründeten Turnverein »Einigkeit Veltheim«. Im Kassenbuch festgehalten ist, dass ein Turngerät mit Stange und zwei Seile mit Ringen erworben wurden. Über sportliche Leistungen in diesem Bereich gibt es allerdings keine Aufzeichnungen. Der wirtschaftliche und gesellige Teil lässt sich aus den Aufzeichnungen allerdings entnehmen: »Reingewinn an Wein und Spirituosen 209,30 Mark, Reingewinn an 8000 Zigarren 112 Mark, 616 Liter Bier = 110,88 Mark. Der Bierbezug erfolgte von der Brauerei Volbracht in Vlotho.

Am 31.12.1895 wurde festgehalten: «Der Kastellan Hans Bormüller erhält für den Vereinssaal mit Zimmer 112 Mark, für drei Flaschen Kohlensäure 19,50 Mark, für Gläser 31,10 Mark ausgezahlt. «

 Am 9.2.1896 wurde neben dem Königsschießen erstmals ein Preisschießen durchgeführt. Der 1. Preis: Weckuhr 4,50 Mark, 2. Preis: Tabakpfeife 2,50 Mark; 3 Preis: Zigarrenspitze 50 Pfennig. Als Trostpreise wurde Zigarren verteilt.

 Im Jahre 1898 brannte die Gastwirtschaft Bormüller ab. Damit war die Vereinsunterkunft zerstört und dem noch jungen Verein schienen die Perspektiven genommen. Der Verein erholte sich erst 1902 davon. Ab dann stieg die Mitgliederzahl wieder. Inzwischen war der Gastwirt Heinrich Reese neuer Vereinswirt geworden. Der Jahresbeitrag für die Nutzung des Vereinslokals Veltheim Nr.  104   (heute Veltheimer Straße - Gebäude gibt es nicht mehr) betrug 20 Mark. Der Beitrag wurde dann aber vom Vereinswirt wegen der angespannten Finanzlage dem Verein erlassen.

 

Am 2. Februar 1905 bekam der Verein eine neue Vereinsfahne, die noch im selben Jahr beim Schützenfest geweiht wurde. Sie kostete 77,50 Mark mit Bezug. Diese Fahne ist auch heute noch im Besitz des Vereins. In den kommenden Jahren wechselte die Vereinsführung, die Namen sind aber nicht aufgezeichnet.





 

Veltheimer Schützen um 1910

 

 

Mit Beginn des 1. Weltkriegs 1914 war ein geordnetes Vereinsleben nicht mehr möglich. Es gibt aus dieser Zeit auch keine Aufzeichnungen über Aktivitäten im Verein. Nach Beendigung des 1. Weltkriegs hatte sich die Mitgliederzahl stark gelichtet. Doch schon im Jahr 1919 war der alte Vereinsrhythmus eingekehrt. Beim Königsschießen erhielt der Sieger 50 Mark, die Königsscheibe kostete 12 Mark.

Am 29. Mai 1921 feierte der Verein ein großes Stiftungsfest. Zu den Gästen zählte auch viele benachbarte Vereine, wie z.B. Turnverein »Einigkeit Veltheim«, Pfeifen-Rauchclub »Havanna Veltheim«; Rauchclub »Blaue Wolke Eisbergen«; Schützenvereine aus Lohfeld, Möllbergen und dem Vennebeckerbruch.

1922 litt die Bevölkerung unter der herrschenden Inflation und der wirtschaftlichen Probleme. Doch die Schützen in Veltheim versuchten, diesen Bedingungen zu trotzen. Am 19. August 1922 wurde im Lokal des Gastwirts Buschmann eine Tanzlustbarkeit veranstaltet. Die Lustbarkeitssteuer musste vor Beginn an die Gemeindekasse gezahlt werden. Die Veranstaltung selbst vom Amtmann genehmigt werden.






 

Antreten beim Schützenfest 1925 vor dem Wirtshaus Reese

 

In diesen wirtschaftlich nicht einfachen Jahren wurde in einer Mulde in »Reesen Holze« ein provisorisches Scheibenschießen aufgenommen. Die geselligen Veranstaltungen wurden stark eingeschränkt. In den dreißiger Jahren sollte das sportliche Schießen mehr in den Vordergrund rücken und so versuchte der Verein, einen Schießstand mehr in der Ortsmitte zu finden. Das gelang zunächst am kahlen Brink, allerdings nur bis 1934. Die Fa. Kiesgrube Bockshorn (Franke) als Gönner des Vereins stellte dann im Bokshorn ein Grundstück zur Verfügung. Der Zufall wollte es, dass das alte »Hagemeiersche Haus« zu dieser Zeit abgebrochen wurde. Aus dem noch nutzbaren Fachwerk sollte das neue Schützenhaus im Bockshorn errichtet werden. Mit viel Eigenleistung gelang es den Mitgliedern des Vereins, das Schützenhaus im Bockshorn, zu errichten und 1936 fertig zu stellen. Trotz der hohen Eigenleistung war es für den Verein auch ein finanzieller Kraftakt. 1936 wurde das Areal um das neue Vereinsheim mit Schießstand noch eingezäunt.

 

In 1939 wurde abermals Schützenfest gefeiert und der König ausgeschossen. Am 29. Mai wurde Willi Plaßmeier zum Schützenkönig gekrönt. Doch schon am 1. September mit Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde das Vereinsleben wieder jäh unterbrochen. Feierliche Veranstaltungen fanden nicht mehr statt, ebenso fielen die Schützenfeste aus. Der normale Vereinsbetrieb lief auf Sparflamme allerdings weiter. Auf der Ausgabenseite im Kassenbuch finden sich nun vermehrt die Vermerke: »Ausgabe Sterbegeld 35 Mark«. Am 22. März 1942 traf es den letzten Schützenkönig von 1939 Willi Plaßmeier. Zum 31.12.1944 wies das Kassenbuch noch ein Guthaben von 141,90 Reichsmark aus.

 

Nach Beendigung des 2. Weltkrieges am 8. Mai 1945 wurde auf Befehl der Alliierten die Existenz von Schützenvereinen verboten. Dieses Verbot wurde 1949 wieder aufgehoben und der Vereinsbetrieb konnte wieder anlaufen. Die alte Schützentradition erwachte wieder zu neuem Leben. In der ersten Versammlung im Januar 1950 hieß das Motto: »Wiederaufnahme und Fortführung der Veltheimer Schützentradition. «

 Das Jahr 1950 war das Jahr der Aufarbeitung der Kriegs- und Nachkriegsjahre. Die Vereinsführung übernahm Wilhelm Pettenpaul als Vorsitzender. Schriftführer und Kassierer wurde Fritz Ostermeier. Das noch vor dem Krieg erbaute Schützenhaus im Bokshorn konnte zunächst nicht genutzt werden, da wegen der allgemeinen Wohnungsnot eine Frau Hauerstein als Mieterin eingewiesen wurde. Doch das Schützenfest sollte wieder gefeiert werden. Deshalb errichtete man einen Luftgewehr-Schießstand unter freiem Himmel. Am 29.5.1951 fand das erste Nachkriegsschützenfest statt. Willi Vauth vom Heckerfeld wurde erster Nachkriegskönig.

 Die entbehrungsreichen Jahre waren nun vorbei und die Feste bei Musik und Tanz fanden wieder großen Anklang. Ein besonderes Schützenfest feierte der Verein am 5.7.1954 im Zelt auf dem Bokshornsportplatz, denn an diesem Tag gewann Deutschland auch die Fußballweltmeisterschaft in Bern. Die gesamte Festgesellschaft verfolgte im Festzelt den Spielverlauf am Radio.

 Trotz der Zwangsvermietung des Schützenhauses im Bockshorn richteten sich die Mitglieder behelfsmäßig eine Kleinkaliberschießbahn ein und so konnte wieder jeden Sonntagmorgen das Schießtraining laufen. Zur Warnung wurde an einer hohen Stange ein Korb gezogen, der den Schießbetrieb signalisierte.

Am 20.7.1952 wurde das 60-jährige Jubiläum gefeiert. Das Sportschießen gewann immer mehr an Bedeutung, so dass sich die Vereine des damaligen Amtes Hausberge zu einem Amtsschützenverband zusammen schlossen. Der Schützenverein Veltheim war darin sehr erfolgreich, besonders durch die gute und fachmännische Betreuung des Uhrmachers Ernst Pape, der ein sehr guter Sportschütze war.

 Am 15.1.1955 wurde im Vereinslokal Reese ein neuer Vorstand gewählt:

1. Vorsitzender: Ernst Pape

2. Vorsitzender: Heinz Kroll

1. Schriftwart: Gerhard Kahre

2. Schriftwart: Karl Behning

1. Kassenwart: Willi Nottmeier

2. Kassenwart: Willi Kölling

 

Dieser neue Vorstand brachte frischen Wind in die Vereinsarbeit. Es wurden bei der Firma Lehnert erstmal Uniformjacken bestellt. Diese kosteten damals 30 DM.

Das zweite Amtsverbandsschützenfest wurde in Veltheim am 2. und 3.7.1955 ausgerichtet und die Veltheimer Schützen errangen sogleich die Amtsmeisterschaft, die gebührend gefeiert wurde.

 Am 21.8.1955 veranstaltete der Verein einen Ausflug an den Möhnesee bei Übernahme der Kosten durch den Verein. Im gleichen Jahr gab es erstmals ein Herbstfest mit einem Feuerwerk.

Auch das Schützenhaus wurde frei und es begann die Wiederherrichtung des Vereinshauses.

Abermals gab es einige Veränderungen im Vorstand. Karl Behning übernahm den Vorsitz, Vertreter blieb Heinz Kroll. Kassenwart wurde Willi Vauth und Schießwart Willi Kölling.

Die nun folgenden Jahre waren für Vorstand und Mitglieder mit sehr viel Arbeit und Mühen verbunden. 1956 erfolgte die Renovierung des Schützenhauses, 1957 sicherheitstechnische Renovierung der Schießanlagen.

 

 

Schützenfest 1955

 





1957 feierte der Verein das 65-jährige Vereinsjubiläum. Zu diesem Anlass gab es für den König eine Königskette und für die Königin ein Diadem. Erstmaliger Träger der Königskette wurde Schützenkönig Werner Kölling. Königin wurde Lotti Kahre.


 

 

Ehrentanz des Königspaares beim Schützenfest 1957

 

 


1959 erhielt Karl Korsen den Zuschlag als Vereinswirt. Diese Zusammenarbeit sollte mehr als 25 Jahr andauern. Das Clubzimmer diente später auch als Luftgewehr-Schießstand.

 

Lustig ging es zu beim Schützenfest 1958.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Das Königspaar 1959: Willi Säger und Lotti Kahre

 

 

 

Dorfumzug mit dem Schützenkönig 1959

 

 

 



1960 wird erstmals mit Genehmigung der Amtsverwaltung ein Kinderschützenkönig beim Schützenfest ausgeschossen. Erster Kinderkönig wurde Günter Bultmann. 1963 schaffte es Reinhold Kölling zum Kinderkönig.



 

Kinderschützenkönig 1963 beim Anbringen der Scheibe

 

 



Der Sonntagmorgen gehörte immer noch dem Kleinkaliberschießen am Schützenstand im Bockshorn. Doch auch das Schießen mit dem Luftgewehr wurde immer beliebter, besonders im sportlichen Wettkampf. Die im Clubraum beim Vereinswirt Karl Korsen installierten Schießbahnen ermunterten auch die Damen zum Wettkampf. Schnell kam es zu der Gründung einer Damenabteilung. Zu den Gründerinnen gehörten: Lotti Kölling, Lotti Kahre, Gerda Säger, Hilde Bödeker und Marlene Korsen.

1963 wird der Verein Mitglied im »Westfälischen Schützenbund«. Im gleichen Jahr richtet der Verein das 10. Amtsverbands-Schützenfest aus.

Heinrich Reese wird 1965 neuer Vorsitzender des Vereins und sorgt dafür, dass der Verein ins Vereinsregister eingetragen wird. Der Verein trägt nun den Namen: »Schützenverein 1892 Veltheim e.V. « Probleme gab es in dieser Zeit mit dem Schießstand im Bokshorn. Die Fa. Franke kündigte das Pachtverhältnis, weil das Gelände weiter ausgebeutet werden sollte. Auch die sicherheitstechnischen Auflagen des Amtes Hausberge stiegen ständig an. Das stellte den Verein vor große Herausforderungen. Viele Pläne wurden geschmiedet, um zu Lösungen zu kommen. In diese Zeit fiel das 75-jährige Jubiläum des Vereins. Trotz aller vorhandenen Probleme wurde ein fröhliches Jubelfest gefeiert. Am 1. und 2. Juli wurde das große Schützenfest gefeiert. Zum Tanz spielte damals die Kapelle »Widuwild« auf.

 Anlässlich der Jahreshauptversammlung am 21.1.1969 gab es erneut Veränderungen im Vorstand. Werner Bödecker übernahm den Vorsitz; 2. Vorsitzender wurde Willy Brinkmeier. 1. Kassenwart: Günter Kölling und Schriftwart: Herbert Völksen. In dieser Zeit wurde auch die Satzung überarbeitet und die Neufassung am 16.1.1971 in Kraft gesetzt. Am 30.10.1968  war die Geburtsstunde der Dorfgemeinschaft Veltheim, ein Zusammenschluss Veltheimer Vereine; der Schützenverein Veltheim gehörte mit zu den Gründervereinen. Und so feierte der Verein mit den anderen Vereinen im August 1969 das 1. Veltheimer Dorfgemeinschaftsfest, verbunden mit dem ersten Schießen um die Würde des Volksschützenkönigs. Diesen Titel errang Günter Nehrmann, der den Adler zu Boden holte.

 Im Juni 1972 feierte der Verein das 80-jährige Bestehen. „80 Jahr Feier mit Fahnenweihe“, so stand es auf den Programmen und einer aufgelegten Festschrift. Die aus dem Jahr 1905 stammende Fahne war arg zerschlissen und wurde durch eine neue Fahne ersetzt und feierlich geweiht. Auch das Thema: „Neubau Schießanlage“ stand wieder auf der Tagesordnung. Der damalige Gemeinderat unter Leitung des Bürgermeister Karl Krüger beabsichtigte eine Mehrzweckhalle zu bauen. Der Schützenverein bekam das Angebot, im Keller auf eigene Kosten eine Schießanlage errichten zu können. Dieser geniale Vorschlag fand im Verein offene Ohren und der Verein nahm das Angebot an und die Arbeit auf sich. Das vorherrschende Vereinsthema war nun „Schießstandbau“. Als im Januar 1973 der Rohbau der Halle stand, konnte die Eigenleistung des Vereins beginnen. Viele fleißige Hände schafften es, aus dem Rohbau zwei funktionsfähige Schießanlagen zu bauen. Vier 50-Meter Kleinkaliberschießbahnen, Zehn 10-Meter Luftgewehrbahnen und ein gemütlicher Aufenthaltsraum waren das Ergebnis des Fleißes vieler Mitglieder.

Im Jahre 1974 (inzwischen war Veltheim in der Stadt Porta Westfalica aufgegangen) konnte der Schießbetrieb aufgenommen werden.  

 Am 29.11.1974 wurde auf Initiative des Veltheimer Vorsitzenden Werner Bödeker ein neuer Stadtschützenverband gegründet. Werner Bödeker hatte inzwischen den Vorsitz des Schützenkreises Minden übernommen. Der Schützenverein Veltheim wurde sogleich mit der Durchführung des ersten Stadtschützenfestes beauftragt und fand am 28. und 29.8.1976 in Veltheim statt.

 Im Januar 1977 stellt Werner Bödeker wegen seiner Belastung als Kreisvorsitzender sein Vorstandsamt in Veltheim zur Verfügung. Neuer Vorsitzender wird mit großer Stimmenmehrheit Willi Kölling.

Die neue Schießsportanlage in Veltheim bewährte sich schnell und schaffte die Grundlage vieler sportlicher Erfolge der Veltheimer Schützen. So schaffte Thomas Becker 1979 die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften. In der Disziplin »KK - international« erringt die Mannschaft 1983 die Ostwestfalenmeisterschaft. Vier neue Kreisrekorde werden aufgestellt. Das Mitglied Robert Dimter wird bei den Deutschen Meisterschaften 1983 in München Dritter, somit Bronzemedaillengewinner in der Disziplin »Luftpistole« .

Die Damenmannschaft steigt 1984 in die Bezirksklasse auf und erringt den Titel: »Bezirksmeister« mit einem neuen Kreisrekord.

1981 richtet der Schützenverein Veltheim auf Bitten der Stadt Porta Westfalica die Einweihungsfeier auf dem neu gestalteten Mühlenplatz auf dem Mühlenbrink aus. Dort stand bis zum 18. Mai 1960 die 1723 erbaute Bockwindmühle, die bei einem Sturm zerstört wurde. Nach der erfolgreich durchgeführten Einweihungsfeier fanden in den kommenden Jahren an dieser historischen Stelle im »Dreiländereck von Veltheim, Lohfeld und Eisbergen« noch viele Mühlenfeste statt. Der Schützenverein hatte zusätzlich die Pflege und Unterhaltung des Platzes übernommen und richtete die Vereinsarbeit auch im Heimat- und Brauchtumspflege aus. Das Mitglied Willi Brinkmeier baute ein Modell der zerstörten Bockwindmühle und dieses sollte zum Symbol des Vereins werden.


 

 

Das Modell der Bockwindmühle von Willi Brinkmeier

 

 

 




Die Bockwindmühle 1958 im Original

 

Die Teilnahmen am Stadtfest Porta Westfalica, wo am Stand des Vereins neben dem Mühlenmodell Veltheimer Spezialitäten angeboten wurden, waren immer ein voller Erfolg.

 

Im Jahre 1986 nahm der Verein mit einer Abordnung (und dem Mühlenmodell) auf Einladung des Kreises Minden-Lübbecke an der 40-Jahr Feier des Landes NRW in Düsseldorf teil. Selbst der damalige Ministerpräsident Walter Stich stattete dem Stand des Vereins einen Besuch ab.

 

Neben diesen Aktivitäten kam der normale Vereinsbetrieb nicht zu kurz. Viele sportliche Erfolge der Aktiven und stetig steigende Mitgliederzahlen in diesen Jahren zeugen davon. Die ständige Modernisierung der Schießanlagen, die Einrichtung einer Pistolen-Schießanlage, und die Pflege der Gemeinschaftsräume erforderten hohen ehrenamtlichen und finanziellen Einsatz.

 

In den letzten Jahren machte der Verein Furore mit der Ausrichtung eines Ostereierschießens. Eine nicht nur bei Schützen sehr beliebte und gut besuchte Veranstaltung in der Vorosterzeit.

Viele Mitglieder, Aktive und Passive, und besonders ehrenamtlich tätige Vorstandsmitglieder haben über Jahrzehnte den Schützenverein am Leben erhalten und geprägt, so dass er nun das 125-jährige Bestehen feiern kann. Seit 1977 war es besonders die Familie Kölling von der Lüchte, die die Vereinsarbeit prägten. 1977 wurde Willi Kölling 1. Vorsitzender, und dieser übergab später das Amt seinem Sohn Wilfried, der den Verein dann über Jahrzehnte bis zum Jahr 2016 erfolgreich führte.

 

Quellen:

Fotos: Archiv des Ortsheimatpfleger Reinhold Kölling

Texte: Festschriften des Vereins; Chronik 100 Jahre Schützenverein von Gerhard Kahre; Archivunterlagen Reinhold Kölling, Ortsheimatpfleger.  

 

 

 

Die Veltheimer Dorfgemeinschaft

 

In der Jahresversammlung 2017 der Dorfgemeinschaft Veltheim fand sich nach dem Rückzug von Randulph Noack leider noch kein Nachfolger als Vorsitzender. So werden die Geschäfte zunächst erst vom verbleibenden Vorstand zu erledigen sein. Ende Mai 2017 soll eine außerordentliche Versammlung stattfinden. Bis dahin sollen sich die Mitgliedsvereine über die Besetzung des Vorsitzenden Gedanken machen.

 

Dieses Ereignis bietet Gelegenheit einmal rückblickend die Geschichte dieser traditionsreichen Vereinsvereinigung zu verfolgen:

Am 30.10.1968 trafen sich die Vorsitzenden folgender Veltheimer Vereine: Schützenverein, Kyffhäuserkameradschaft, Reiterverein, Gesangverein „Arion“, Freiwillige Feuerwehr, Landjugend und SuS Veltheim in der Schule in Veltheim, um das erste Veltheimer Dorfgemeinschaftsfest zu organisieren. Die Vorgespräche zur Gründung dieser Dorfgemeinschaft begannen schon in 1967 und wurden von dem damaligen Bürgermeister Karl Krüger vorausschauend eingeleitet.

In der Sitzung vom 30.10.1968 übertrug die Gemeinschaft Wilhelm Edler den Vorsitz dieser Vereinsgemeinschaft, die es als solches im ganzen Amt Hausberge noch nicht gab.

In dieser denkwürdigen Sitzung wurde dann festgelegt, dass das 1. Dorfgemeinschaftsfest vom 29.8.1969 bis zum 31.8.1969 veranstaltet werden sollte. Und so geschah es: In 1969 wurde das 1. Dorfgemeinschaftsfest gefeiert und es wurde ein voller Erfolg! Dazu noch folgende Anekdote: „Der Vorsitzende Wilhelm Edler stand zusammen mit dem Bürgermeister Karl Krüger vor dem großen Festzelt und meinte –„ob das Zelt wohl voll wird?“, Darauf Karl Krüger: „Keine Sorge, der ganze Sprengelweg ist schwarz voller Menschen.“

Diesem ersten Gemeinschaftsfest folgten noch viele tolle Veranstaltungen auf dem Veltheimer Festplatz.

1987 gab der unvergessene Motor der erfolgreichen Dorfgemeinschaftsfeste, Wilhelm Edler, den Vorsitz ab. Reinhold Kölling übernahm neben seinen Vorstandsaufgaben im Sportverein das Amt und führte die Arbeit der Dorfgemeinschaft erfolgreich weiter. In dieser Zeit wurden „Veltheimer Olympiaden“ , das legendäre „Kuhfladenroulette“ und andere tolle Veranstaltungen durchgeführt und begeisterten die Veltheimer. 1993 gab sich die Dorfgemeinschaft erstmals eine Satzung.

1995 übernahm Reinhold Kölling das Amt des Ortsheimatpflegers und gab den Vorsitz der Dorfgemeinschaft an Karl-Willi Dornemann ab und fungierte als Stellvertreter. 1996 feierte der Ort dann unter Leitung beider Vorsitzenden eine gelungene Festwoche zum 1100-jährigen Jubiläum von Veltheim, dessen Höhepunkt ein toller Festumzug durch Veltheim war.

Aufgrund einer schweren Erkrankung musste der Vorsitzende Karl-W. Dornemann Ende der 90-ziger Jahre seinen Rückzug antreten. Übergangsweise übernahm Bernd Schwichow die Position. In dieser Phase hatten die Vereine sehr mit ihren eigenen Aufgaben zu tun und der Gemeinschaftssinn kam vorübergehend ein wenig zu kurz.

Auf Initiative des Ortsheimatpflegers Reinhold Kölling und mit Unterstützung von Gerhard Oberschelp und Karl-Erich Schmeding gab es in 2005 eine Wiederbelebung der traditionsreichen Dorfgemeinschaft in Veltheim. Am 6.6.2005 wurde ein neuer Vorstand gewählt und neben den Gründungsvereinen von 1967 (einige gab es schon nicht mehr) die Aufnahme weiterer Gemeinschaften aus Veltheim gestattet. Die „neue“ Dorfgemeinschaft Veltheim war geboren, Karl-Erich Schmeding setzte sich in geheimer Abstimmung gegen Gerhard Fiedler als Vorsitzender durch. G. Fiedler wurde Stellvertreter.

Mit dem neuen Vorstand und dem Ortsheimatpfleger bereitete man für 2007 die 1111-Jahr Feier Veltheims vor. Grandios lief dann die „Show“ Zeitreise in der vollbesetzten Karl-Krüger Halle ab, die vom Ortsheimatpfleger zusammengestellt und moderiert wurde. Daran denken die Veltheimer immer noch gern zurück. In dieser Veranstaltung gründete sich auch der „Veltheim-Bund“, die Partnerschaft mit den anderen Veltheims. 2013 übernahm dann Randulph Noack den Vorsitz der Dorfgemeinschaft.

Es ist Karl Krüger und Wilhelm Edler zu verdanken, dass diese Dorfgemeinschaft 1967 gegründet wurde und in diesem Jahr 50 Jahre besteht.

Einen solchen Gemeinschaftsgedanken gab es in den anderen Orten nicht. Viele Orte zogen später nach. Veltheim hatte ein gutes Beispiel gegeben.


 

 

 

Die Veltheimer Werbegemeinchaft

Im Oktober 1983 gründete sich in Veltheim erstmals eine Werbegemeinschaft. Elf Veltheimer Geschäftsleute schlossen sich zu dieser Gemeinschaft zusammen, um gemeinsam mit Aktionen auf sich aufmerksam zu machen. Den Vorsitz dieser Werbegemeinschaft hatte von 1983 bis 1988 Reinhold Kölling (Vorstand Volksbank) , inne, der auch die Idee zur Gründung dieser Gemeinschaft hatte und diese mit Wilhelm Camen vom Edeka-Markt Camen umsetzte. Ihm folgte dann 1988 Werner Lehnert vom Textilhaus Lehnert als Vorsitzender, später hatte Günter Nehrmann das Amt inne.

Eine erste große Werbeaktion fand am 26.11.1983 im Veltheimer Zentrum statt. In einer Verlosungsaktion wurden Hubschrauberrundflüge über Veltheim und Umgebung verlost. Insgesamt 45 Rundflüge kamen zur Verlosung und begeisterten das zahlreich erschienene Publikum, da der Hubschrauber jeweils in der Wiese am Edeka-Markt startete und landete.. Imbiss- und Getränkestände auf dem Volksbankparkplatz rundeten den Event ab.

Ab 1984 veranstaltete die Werbegemeinschaft jährlich in der Vorweihnachtszeit dann viele Jahre das „Mühle-Spiel“, eine Rabattsammelaktion mit Preisen in Gesamthöhe von rd. 3000.- Euro. Die öffentliche Verlosung fand erstmals am 29.12.1984 im Saal Buschmann im Rahmen eines bunten Nachmittags bei Kaffee und Kuchen, und mit Moderation des Vorsitzenden R. Kölling statt. Diese Aktion lief dann etliche Jahre.

In 1986 veranstaltete die Werbegemeinschaft den 1. Veltheimer Weihnachtsmarkt. Dieser wurde auf dem Parkplatz vom Edeka-Markt Camen aufgebaut und sehr gut von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen.

In späteren Jahren schliefen die Aktivitäten der Werbegemeinschaft ein wenig ein, so dass man sich 2005 entschloss, einen Neubeginn zu starten. Es folgten noch einige Aktivitäten, doch einige Jahre später löste sich die Gemeinschaft dann auf.